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Recht / Zivilrecht 
Mittwoch, 12.05.2021

Haftung eines Bauunternehmens bei Unfall wegen erhöhter Asphaltkante

Ein Bauunternehmen ist haftbar, wenn eine Fußgängerin nach der Sanierung eines Gehweges über eine 3 cm hohe Asphaltkante stürzt, ohne dass vor der Gefahr gewarnt worden ist. Das entschied das Oberlandesgericht Stuttgart (Az. 2 U 437/19).

An einem Friedhof wurde der Gehweg zum Parkplatz erneuert. Das Bauunternehmen hatte die Tragschicht und die Deckschicht des Teerbelags entfernt. Im Bereich eines Gebäudes waren beide Schichten wieder aufgetragen. Nach rund 200 m war allerdings erst die Tragschicht aufgebracht, die Deckschicht noch nicht. An dieser Kante mit einem Höhenunterschied von 3-5 cm stürzte die Klägerin. Durch den Sturz erlitt sie einen Trümmerbruch am Oberschenkel, der operiert werden musste. Sie war längere Zeit in der Klinik und in einer Reha. Weiterhin nimmt sie Schmerzmittel gegen die Schmerzen.

Das Gericht sprach der Klägerin Schmerzensgeld zu sowie einen Haushaltsführungsschaden. Eine Kante auf einem Gehweg in Laufrichtung sei besonders gefährlich. Das Bauunternehmen habe die Gefahrenlage geschaffen. Es hätte Fußgänger davor warnen müssen. Daher liege ein Verstoß gegen die Verkehrssicherungspflicht vor. Die Gefahrenstelle hätte abgesichert werden müssen. Zwar müssten Fußgänger die gegebenen Verhältnisse grundsätzlich so annehmen, wie sie erkennbar seien und müssten auch mit typischen Gefahren rechnen. Die Gefährlichkeit habe sich aber hieraus ergeben, dass es eine Absatzkante gab, die in Laufrichtung in mitten des Gehwegs verlief. Dies sei ungewöhnlich und die Klägerin hätte nicht damit rechnen müssen.

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